Geseke-Störmede, 21.08.2025 – Am 20.08.2025 besucht Dr. Peter Liese, MdEP, die LEADER-Region 5verBund – Innovation durch Vielfalt e. V. Gemeinsam traf er sich mit dem geschäftsführenden Vorstand der LAG, der Regionalmanagerin Anna Raneck-Kuhlmann, Vertreter*innen der Kommunen und weiteren Interessierten in der Gänsewirtschaft in Rüthen-Drewer. Im Vordergrund des Treffens stand, neben der Besichtigung und Vorstellung einzelner Projekte, vor allem die Frage, wie es ab 2029 mit LEADER weitergeht.
Nach der Begrüßung seitens Udo Heinrich, 1. Vorsitzender der LAG 5verBund – Innovation durch Vielfalt e. V., und Bernd Cordes, Ortvorsteher Bernd Cordes, folgte die Besichtigung der über LEADER geförderten Projekte „Rüthen-Mobil, „Gänsewirtschaft“, „KulturRAD“ und „Autarke Nahversorgung im Krisenfall“, die vor Ort begangen werden konnten. Letzteres Projekt wurde erst vor einigen Monaten fertiggestellt und erhielt daher auch im Rahmen des Besuchs die Förderplakette. Anschließend wurden mittels PowerPoint-Präsentation weitere Projekte aus den Kommunen Erwitte, Anröchte, Geseke und Warstein vorgestellt, darunter u. a. die Wohnmobilstellplätze am Südring in Anröchte, das Schausiedehaus in Bad Westernkotten, die Erneuerung der Flutlichtanlagen von fünf Sportanlagen in Geseke, die Dorf-Z.I.E.G.E in Geseke-Ehringhausen, die 3-Landschafterlebniswelten bei Allagen und Niederbergheim, die Sauerland Sport Manufaktur in Warstein sowie das Gemeinschaftsprojekt Mobile Ersthelfer. Zudem wurde auch auf die Arbeit des Regionalmanagements eingegangen und über den Erfolg der GAK-Kleinprojekte in der Region berichtet.
In der anschließenden Diskussion stand die Frage im Zentrum, wie es mit LEADER nach Ablauf der aktuellen Förderperiode 2028 weitergeht. Ein besonderes Anliegen war die Zukunft des Regionalmanagements. So betonte Udo Heinrich, dass das Regionalmanagement für die Arbeit des geschäftsführenden Vorstands, aber auch für die Zusammenarbeit mit den Projektträger*innen unabdingbar sei. Zudem wies er auch darauf hin, dass es für die Regionalmanagerinnen eine gewisse Planungssicherheit geben muss. Weitere Themen waren der finanzielle Rahmen, aber vor allem auch der bürokratische Aufwand. Besonders die Anzahl der einzureichenden Angebote wurde kritisiert. Die Diskussionsteilnehmenden befürworteten eine Entbürokratisierung des LEADER-Prozesses auf allen Ebenen.
Dr. Peter Liese hörte sich die Anliegen der Diskussionsteilnehmenden aufmerksam an und sicherte zu, sich ihrer anzunehmen. Die Entbürokratisierung des LEADER-Prozesses sei schon länger sein Anliegen. So habe er sich bereits in einen Brief an Ursula von der Leyen, den er mit drei weiteren EU-Abgeordneten verfasst hatte, für den Abbau der Bürokratie eingesetzt. Auch wolle er sich für den Erhalt des Regionalmanagements und eine schnelle Entscheidungsfindung bezüglich der zukünftigen Gestaltung von LEADER einsetzen. Er begab aber zu bedenken, dass dies dennoch seine Zeit dauern wird und es gegebenenfalls Änderungen in der finanziellen Ausstattung oder Zusammensetzung sowie Anzahl der LEADER-Regionen geben könnte.
Dr. Peter Liese betonte, dass trotz aller Kritik LEADER ein sehr wichtiges Projekt für die Regionen in Südwestfalen sei, besonders auch für die Vereine, das erhalten bleiben sollte. Er erinnere sich an den Moment, wo er vor zehn Jahren erfahren habe, dass fast ganz Südwestfalen, mit Ausnahmen wie die Stadt Siegen, in LEADER-Regionen vertreten sei. Diese Nachricht habe ihn sehr stolz gemacht.
„Ich bin immer wieder beeindruckt, wie mithilfe des EU Programms LEADER mit relativ wenig Geld tolle Projekte in unseren Dörfern umgesetzt werden. Davon konnte ich mich beim Besuch der LEADER-Region 5verBund im Kreis Soest überzeugen. Ich bin sehr froh, dass in Brüssel die Grundsatzentscheidung getroffen ist, dass LEADER erhalten bleibt und werde mich jetzt vor allem dafür einsetzen, dass die bürokratischen Hürden gesenkt werden“, so der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese.
Dem pflichteten alle Anwesenden bei. Franz Linneboden, stellvertretender Vorsitzender der LAG 5verBund, ergänzte einen weiteren wichtigen regionalen Effekt von LEADER: Durch die Zusammenarbeit seien die Kommunen des 5verBundes enger zusammengewachsen. Heute bestehe ein freundschaftliches Verhältnis, wo einst, bedingt durch Dorfwettbewerbe, eher noch ein Konkurrenzdenken vorgeherrscht habe, erzählte er mit einem Augenzwinkern. LEADER habe in allen Belangen einen positiven Effekt auf die Region.
Es lässt sich also festhalten: LEADER bringt die einzelnen Regionen voran, nicht nur die Projekte finanziell, sondern auch durch das Zusammenwachsen der Regionen, durch gegenseitigen Impact und Synergieeffekte. Es bleibt zu hoffen, dass LEADER auch in Zukunft so erhalten bleibt, wie wir es kennen – nur mit weniger Bürokratie!
Zum Hintergrund: In dem neuen EU-Finanzrahmen und den neuen Verordnungen, die die EU Mitte Juli beschlossen hat und in der EU ab 2028 gelten, ist LEADER zwar gut und oft platziert, leider steht aber noch nicht fest, wie die Zukunft von LEADER genau aussieht. Bisher sind der genaue Finanzrahmen, die Gestaltung der Fördervergabe und -periode sowie die Ausstattung der LEADER-Regionen mit Personalmitteln, insbesondere des Regionalmanagement unklar. Letztlich entscheidet die Bundesregierung, nach jetzigem Stand, inwiefern und in welcher Form LEADER in Deutschland und somit auch in der LEADER-Region 5ver Bund fortgesetzt wird.